Illustration: Avatar von Oda Jahnke sitzt am Schreibtisch und erklärt freundlich, was auch im Notizbuch vor ihr steht "Markenstimme (Brand Voice) entwickeln". Neben ihr ein Laptop und eine blaue Tasse mit dem Logo von markenstarkgemacht. Auf dem Sideboard ein Bild mit „Klarheit - Struktur - Wirkung“ und eine Pflanze.

Schreiben wie eine Marke: Wie du deine Markenstimme (Brand Voice) entwickelst

Gute Texte zu schreiben ist in Zeiten von KI nicht leichter geworden. Die KI macht uns das Erstellen von Texten zwar leicht – gut sind die Ergebnisse deshalb noch lange nicht. Inhalt und Sprache wirken professionell, und trotzdem entsteht ein sprachlicher Einheitsbrei: Die Welt der Texte gleicht sich zunehmend an. Schlimmer noch: Diese Texte bleiben kühl, unpersönlich, ohne Resonanz. Sie berühren nicht mehr.

Umso wichtiger wird es, die eigene Persönlichkeit wieder in die Markenkommunikation einfließen zu lassen. Sie macht Texte individuell, authentisch – und weckt Emotionen. Durch diese Emotionen spüren wir, was ein:e Autor:in uns sagen will und für uns tun kann. Texte, die neben dem Kopf auch etwas in uns ansprechen, bleiben eher hängen. Sie können berühren, neue Gedanken auslösen und zum Handeln motivieren. Das gelingt mit deiner persönlichen Markenstimme.

In den letzten beiden Artikeln dieser Serie ging es darum, was gute Texte ausmacht und wie sie leicht lesbar werden. Beides ist Handwerk – und Handwerk lässt sich lernen. Doch ein Text kann korrekt, professionell und lesefreundlich sein und trotzdem austauschbar bleiben. Was ihn unverwechselbar macht, ist etwas anderes: seine Stimme.

Was ist eine Markenstimme (Brand Voice)?

Deine Markenstimme, oder Brand Voice, ist Teil deiner Markenessenz. Sie ist die grundlegende und über längere Zeit konsistente sprachliche Identität deiner Marke – wie deine Marke grundsätzlich spricht.

Dazu gehören generelle Festlegungen: Sprichst du deine Zielgruppe mit „du“ oder „Sie“ an? Kommunizierst du eher ernsthaft oder locker? Dieser Stil bleibt über alle Kommunikationskanäle hinweg gleich und sorgt dafür, dass deine Marke überall wiedererkannt wird – auf der Website genauso wie im Newsletter oder auf Social Media.

Die Brand Voice reflektiert deinen Markenkern und deine Markenidentität.

In größeren Unternehmen wird sie häufig in Guidelines für alle Mitarbeitenden festgehalten, die im Namen der Marke kommunizieren. Aber: Eine feste Brand Voice bedeutet nicht, ständig im gleichen Tonfall zu sprechen.

Brand Voice vs. Tone of Voice: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Brand Voice und Tone of Voice werden nicht überall einheitlich verwendet. In diesem Artikel gilt folgende Arbeitsdefinition:

Die Brand Voice ist die grundlegende, weitgehend konstante sprachliche Identität deiner Marke.

Der Tone of Voice ist die situations-, kanal- und zielgruppenabhängige Ausprägung dieser Stimme.

In verschiedenen Kontexten darf dein Tonfall also durchaus unterschiedlich ausfallen – deine Markenkommunikation muss sich unterschiedlichen Situationen anpassen. Ein Blogartikel zu einem Fachthema klingt anders als ein lockerer LinkedIn-Post über ein Team-Event. Terminologie, Wortwahl und Tonfall passen sich Situation, Kanal und Publikum an und lösen entsprechend unterschiedliche Emotionen aus.

Doch in jedem Fall bleibt die zugrunde liegende Brand Voice erkennbar. Der Tonfall variiert – die Stimme dahinter bleibt dieselbe. So wie ein Mensch im Bewerbungsgespräch anders spricht als beim Abendessen mit Freund:innen, und trotzdem in beiden Situationen er selbst bleibt.

Warum eine eigene Markenstimme wirkt

Eine erkennbare Markenstimme zahlt auf mehrere Ebenen ein, die eng miteinander verbunden sind:

Eine konsistente Markenstimme erhöht die Chance, dass deine Kommunikation wiedererkannt wird. Sie schafft Differenzierung: In einem Markt voller austauschbarer Inhalte hebt sie dich ab. Sie stärkt Glaubwürdigkeit: Eine Stimme, die konsequent zu dem passt, wofür eine Marke steht, wirkt stimmig statt aufgesetzt.

Dazu kommt eine emotionale Ebene: Emotionalität und Fachlichkeit schließen sich nicht aus – auch bei Fachthemen darf ein Text berühren. Persönlichkeit und Emotion können eine Verbindung schaffen, die über reine Informationsvermittlung hinausgeht. Leser:innen wollen nicht nur informiert werden, sie wollen etwas spüren, mitfühlen, begeistert oder nachdenklich werden – neue Impulse und Ideen bekommen, zu Handlungen angeregt werden. Reine Information informiert. Erst eine Stimme mit Haltung kann darüber hinaus wirken.

Diese Wirkungen bauen aufeinander auf: Aus Wiedererkennung und Konsistenz entsteht über Zeit Vertrauen. Und Vertrauen ist am Ende das, was aus Leser:innen Kund:innen macht. Wichtig dabei: Eine Markenstimme ist kein Trick, mit dem sich Vertrauen erzwingen lässt. Sie ist die sprachliche Konsequenz einer Marke, die weiß, wer sie ist – und das auch zeigt.

Wie du deine Markenstimme entwickelst

Es gibt keine Formel, die deine Markenstimme auf Knopfdruck liefert. Aber es gibt eine Reihenfolge, die zu einer Stimme führt, die wirklich zu dir passt. Sie folgt einer einfachen Logik: Erst die Identität verstehen, dann die Zielgruppe kennen, dann die eigene Persönlichkeit sprachlich übersetzen – und daraus konkrete Leitlinien ableiten.

1. Verstehe deine Marke

Wie bist du, wie ist deine Marke? Was ist euer Markenkern – Mission, Vision, Werte? Welche Persönlichkeit und Haltung stecken dahinter? Deine Markenstimme kann nur so klar sein wie das Selbstverständnis, aus dem sie entsteht.

2. Verstehe deine Zielgruppe

Für wen sprichst du? Definiere schon vorher: Zu welchem Kernpunkt willst du sprechen, wofür soll deine Marke stehen? Behalte dabei die Bedürfnisse, Erwartungen und Herausforderungen deiner Zielgruppe im Blick. Eine Markenstimme, die niemanden konkret meint, erreicht am Ende niemanden wirklich.

3. Übersetze Persönlichkeit in Sprache

Wie willst du – passend zu deiner Persönlichkeit – schreiben? Erkenne deinen eigenen Schreibstil: locker, sachlich, humorvoll, professionell? Willst du aufrütteln, laut oder leise sein, optimistisch, provokant, freundlich? Diese Fragen führen zu konkreten Eigenschaften – und Eigenschaften allein reichen nicht. Sie müssen greifbar werden.

Wie klingt „kompetent“ konkret? Das bedeutet: verständlich erklären, klare Aussagen treffen, Wissen zugänglich machen. Das bedeutet nicht: Fachbegriffe stapeln, belehren oder unnötig distanziert schreiben. Genauso lohnt es sich, „nahbar“, „mutig“, „ruhig“ oder „klar“ für deine eigene Marke konkret zu übersetzen. Erst diese Konkretisierung macht aus einer Eigenschaft eine Richtschnur, an der sich jeder Text messen lässt.

4. Definiere sprachliche Leitplanken

Halte fest, was deine Markenstimme konkret ausmacht: Ansprache (du oder Sie?), Wortwahl, Satzbau, typische Formulierungen. Ergänze Do’s und Don’ts sowie konkrete Beispiele – so wie beim Wort „kompetent“ oben. Das macht deine Markenstimme greifbar, auch für alle, die künftig mit dir oder für deine Marke schreiben.

Bring dabei deine Haltung ein: eine eigene Meinung zum Thema, Authentizität, eigene Erfahrungen und Geschichten. Entwickle eigene Gedanken, statt nur wiederzugeben, was ohnehin schon jede:r sagt.

5. Passe den Ton an die Situation an

Deine Brand Voice bleibt konstant – dein Tone of Voice darf sich unterscheiden. Ein Fachartikel klingt anders als ein lockerer Social-Media-Post, eine ernste Nachricht anders als eine Einladung. Lege fest, wie sich dein Tonfall je nach Kanal, Situation und Zielgruppe verändern darf, ohne dass deine Markenstimme dabei ihre Wiedererkennbarkeit verliert.

6. Anwenden, prüfen, weiterentwickeln

Eine Markenstimme ist mit den ersten fünf Schritten nicht „fertig“ – sie bewährt sich erst in der Anwendung. Nutze sie konsistent über verschiedene Situationen und Kanäle hinweg. Prüfe von Zeit zu Zeit: Klingt das noch nach mir? Oder hat sich die Stimme unbemerkt wieder Richtung Einheitsbrei verschoben? Wichtig dabei: Eine Markenstimme darf sich weiterentwickeln – sie soll kein starres sprachliches Korsett werden.

KI und Markenstimme

KI kann beim Schreiben unterstützen – strukturieren, Varianten liefern, Formulierungen vorschlagen, Texte prüfen. Das ist ein echter Mehrwert, gerade wenn Zeit knapp ist.

Was KI nicht kann: deine Identität, deine Haltung, deine Erfahrungen und deine eigenen Gedanken liefern. Die muss der Mensch hinter der Marke einbringen. Und auch der letzte Feinschliff bleibt Aufgabe des Menschen – am Ende ist es deine Stimme, nicht die einer KI.

Deshalb gilt: KI darf dich unterstützen, aber nicht das Denken für dich übernehmen.

Fazit

Mit einer individuellen Markenstimme entwickelst du eine Markenkommunikation, die wirkt. Individualität und Konsistenz sorgen für Wiedererkennung und klare Unterscheidung von deinen Mitbewerber:innen. Und Haltung baut langfristig Vertrauen in deine Marke auf.

Eine Markenstimme ist kein Stilmittel, das man sich aussucht wie eine Schriftart. Sie ist die sprachliche Übersetzung dessen, wer du bist und wofür du stehst – konsequent angewendet, über jeden Text hinweg.

Du weißt, wofür deine Marke steht – aber die Sprache dafür fehlt noch?

Genau da setze ich an: Gemeinsam entwickeln wir eine Markenstimme, die wirklich zu dir passt – klar erkennbar, konsistent über alle Kanäle und mit der Haltung, die deine Marke ausmacht.

Auf meiner Kontaktseite findest du alle Möglichkeiten, mit mir in Verbindung zu treten – vom Kontaktformular bis zum unverbindlichen Erstgespräch.

FAQ 

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Was ist eine Markenstimme (Brand Voice)?

Die Markenstimme ist die grundlegende, sprachliche Identität einer Marke – wie sie über alle Kanäle hinweg konsistent spricht. Sie leitet sich aus Markenkern, Werten und Persönlichkeit ab und macht eine Marke sprachlich wiedererkennbar.

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Was ist der Unterschied zwischen Brand Voice und Tone of Voice?

Die Brand Voice ist konstant, der Tone of Voice variiert je nach Situation, Kanal und Zielgruppe. Ein Fachartikel und ein lockerer Social-Media-Post können unterschiedlich klingen – die zugrunde liegende Markenstimme bleibt dabei erkennbar dieselbe.

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Wie entwickle ich eine eigene Markenstimme?

Ausgangspunkt sind Markenkern, Werte und Zielgruppe. Darauf aufbauend definierst du deine sprachliche Persönlichkeit möglichst konkret, bringst eigene Haltung und Erfahrungen ein und hältst Do's und Don'ts fest. Entscheidend ist die konsequente Anwendung über alle Texte und Kanäle hinweg.

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Kann KI meine Markenstimme entwickeln?

KI kann beim Formulieren, Strukturieren und Variieren unterstützen. Die Identität, Haltung und eigenen Gedanken, aus denen eine echte Markenstimme entsteht, muss aber der Mensch hinter der Marke einbringen. KI kann anschließend helfen, diese Stimme konsistent auf unterschiedliche Texte und Formate zu übertragen. KI kann anschließend helfen, diese Stimme konsistent auf unterschiedliche Texte und Formate zu übertragen.

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